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Fasten im Islam, Buddhismus, Judentum und Christentum: es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede 

 April 13, 2021

By  Said Rezek

Für Muslime hat der diesjährige Ramadan begonnen. Das Fasten gehört jedoch nicht nur im Islam dazu. Aus dem Grund stellen wir euch auch das Fasten in anderen Weltreligionen vor.

Fasten im Islam:

Das Fasten ist im Islam ein göttliches Gebot und gehört zu den fünf Säulen der Religion. Muslime fasten im neunten Monat des islamischen Mondjahres, das elf Tage kürzer als das Sonnenjahr ist. Dementsprechend findet der Ramadan jedes Jahr zehn Tage früher statt. Das Fasten im Islam hat eine innere und eine äußere Dimension. Nach außen hin verzichten Muslime für 30 Tage zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang auf essen, trinken, rauchen und Geschlechtsverkehr. Das Fasten ist jedoch mehr als der Verzicht auf jegliche Nahrungsaufnahme. Vielmehr sind Muslime angehalten, mit all ihren Sinnen zu fasten, indem sie bewusster leben, über ihr Leben reflektieren und die Beziehung zu Gott intensivieren.

Fasten im Buddhismus:

Im Gegensatz zum Islam gibt es für die buddhistischen Gläubigen keine fest definierten Fastentage, sondern es ist vielmehr eine Grundeinstellung. Extreme wie Völlerei oder Hunger lehnte Buddha ab. Vielmehr lehrte er den Weg der Mitte. Laut buddhistischer Überzeugung erleichtert weniger essen den Weg zum inneren Frieden und der Erleuchtung.

Fasten im Judentum:

Im Judentum gibt es über das Jahr verteilt mehrere Fastentage: vor Purim, vor Pessach, an Jom Kippur und Tischa BeAv. Die jüdische Gemeinschaft fastet je nach Anlass unterschiedlich lang und verzichtet auf verschiedene Dinge, aber generell fasten Jüd:innen nicht länger als 25 Stunden am Stück. So gehört zum Fasten vor dem Versöhnungstag Jom Kippur weder zu essen noch zu trinken, kein Sex, kein Autofahren, kein Baden oder Schminken. Das Fasten dient auch hier dazu, wie im Islam, eine nahe Verbindung zu Gott herzustellen. Am Trauertag Tischa beAv gelten ähnliche Vorschriften wie am Jom Kippur. An den sieben Tagen vor Pessach verzichten viele Jüd:innen auf gesäuerte Speisen.

Fasten im Christentum:

Die christliche Fastenzeit beginnt mit Aschermittwoch. Christ:innen verzichten bis Ostern für 40 Tage auf Genussmittel oder schlechte Angewohnheiten. So versuchen viele Gläubige den Alkohol-, Tabak- oder Fleischkonsum zu reduzieren bzw. ganz aufzugeben. Eine relativ neue Entwicklung ist es, auf übertriebene Tätigkeiten oder Verhaltensweisen zu verzichten, wie z.B. das Surfen im Internet oder ähnliches. Das Fasten ist im Christentum wie in anderen Regionen jedoch kein Selbstzweck. Es dient einem bewussteren Leben und der mentalen Vorbereitung auf das Osterfest.

Foto: Pixabay

Said Rezek


Said Rezek ist Politikwissenschaftler, Trainer und freier Journalist. Er schreibt insbesondere über Medien, Muslime, Migration und Rassismus – unter anderem für die „taz“, den „NDR“ und „MIGAZIN“. Said Rezek ist Autor des Buches Bloggen gegen Rassismus - Holen wir uns das Netz zurück. Außerdem bietet er bundesweit Blogger-Workshops gegen Rassismus und Hate Speech sowie für Medienkompetenz und Demokratieförderung an.

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